Pressemitteilung

Ein Stück Berliner Natur wiederherstellen

Die „Neuen Wiesen“ in Köpenick werden wieder zur Feuchtwiese

Berlin, den 11. Dezember 2025. Seit Jahrzehnten wurden in den „Neuen Wiesen“ ehemals artenreiche Feuchtwiesen von Gehölzen und invasiven Pflanzenarten überwuchert. Kleine lichtliebende Arten wurden dadurch verdrängt. Mit Spezialmaschinen beginnt die Stiftung Naturschutz Berlin Anfang Dezember mit umfangreichen Renaturierungsarbeiten in der vermoorten Niederung, um den typischen Feuchtwiesencharakter des Gebiets wiederherzustellen – und damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt und zum Klimaschutz zu leisten.

Pressefoto: Die Neuen Wiesen vor den Renaturierungsarbeiten (©Stiftung Naturschutz Berlin)

Über Jahrhunderte wurden die „Neuen Wiesen“ zwischen Dahme und Müggelsee als Feuchtwiesen genutzt – bis die Bewirtschaftung seit den 1960er Jahren weitestgehend eingestellt wurde. Mit der Aufgabe der Nutzung kamen die Gehölze: Schwarzerlen und Faulbäume verdrängten nach und nach die typische Vegetation der Moorwiesen. Pflanzen wie das Breitblättrige Knabenkraut oder das Sumpf-Herzblatt, einst charakteristisch für das Gebiet, verschwanden.

„Wer heute durch die Neuen Wiesen geht, ahnt kaum, dass sich hier früher eine offene, blütenreiche Wiesenlandschaft erstreckte“, sagt Justus Meißner, Moorexperte und Naturschutzreferent der Stiftung Naturschutz Berlin. „Mit der Renaturierung wollen wir diesen wertvollen Lebensraum wiederbeleben – und zeigen, dass auch stark veränderte Flächen eine Zukunft haben.“

Artenvielfalt statt Verbuschung

Heute starteten dafür die Arbeiten, die sich nach den Vorgaben des Pflege- und Entwicklungsplans für das Landschaftsschutzgebiet „Neue Wiesen“ richten: Dicht aufgewachsene Gehölzbestände werden in den ehemaligen Wiesenbereichen behutsam zurückgenommen, um den offenen Charakter der Landschaft wiederherzustellen. Außerdem werden die Spätblühende Traubenkirsche sowie Riesen- und Kanadische Goldrute – invasive Arten, die einheimische Vegetation verdrängen – an einigen Stellen gezielt entfernt.

In Bereichen, in denen noch typische Feuchtwiesenarten vorkommen, erfolgt die Arbeit mit besonderer Vorsicht. In den nächsten Jahren soll eine regelmäßige Mahd durchgeführt werden, um den Offenlandcharakter dauerhaft zu sichern.

Berliner Moorschutz in Aktion

Mit den „Neuen Wiesen“ setzt die Stiftung Naturschutz Berlin ihre erfolgreiche Arbeit im Moorschutz fort. Bereits in der Kleinen Pelzlaake und der Krummen Laake konnte gezeigt werden, dass sich selbst stark veränderte Moore erholen können – wenn Wasserhaushalt, Pflege und Nutzung wieder optimiert werden.

„Jede Fläche zählt“, betont Pamela Rall, Leiterin des Aufgabenschwerpunkts Kleingewässer und Moore bei der Stiftung Naturschutz Berlin. „Moorböden speichern enorme Mengen Kohlenstoff. Wenn sie austrocknen, wird dieser als CO₂ freigesetzt. Mit Projekten wie in den Neuen Wiesen erreichen wir gleich zwei Ziele: Wir schützen das Klima – und schenken der Berliner Tier- und Pflanzenwelt wertvollen Lebensraum zurück.“

Das Vorhaben wird über die Berliner Klimaschutzabgabe und Spenden des Lions Clubs Berlin-Wuhletal, der Initiative „We want Moor“ sowie weiterer Unterstützer finanziert. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Berliner Forsten als Flächeneigentümer sowie den zuständigen Naturschutzbehörden des Bezirks und des Landes.

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Über die Stiftung Naturschutz Berlin (SNB)

Naturschutz - Umweltbildung - Freiwilligendienste - Förderung, dafür steht die Stiftung Naturschutz Berlin. Die SNB ist eine gemeinnützige Stiftung, die 1981 vom Berliner Abgeordnetenhaus gegründet wurde. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem der Lange Tag der StadtNatur, die Stadtnatur-Ranger, der Naturschutzpreis, die Koordinierungsstellen Fauna und Florenschutz, der Umweltkalender. Die Stiftung wird von Geschäftsführer Stefan Richter geleitet und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter*innen. Weitere Informationen unter www.stiftung-naturschutz.de.

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